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#105306 von Sonja
27.01.2019, 09:46
In dieser Saison gibt es zahlreiche Ballettvorstellungen, für die Gäste engagiert wurden. Gleichzeitig wird das Publikum aufgefordert, für Spitzenschuhe der Tänzerinnen zu spenden. Mir kommen dazu folgende Fragen: Wer entscheidet über die Ausgaben? Was ist mit den „eigenen“ Tänzern, ihrer Motivation und Entwicklung? Und: Statt eines Gastauftritts könnte man viele Spitzenschuhe beschaffen?
#105324 von forum_admin
28.01.2019, 19:03
Liebe Sonja,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Der vorherrschende Grund Gasttänzer zu engagieren, ist, dem Publikum ein besonderes Highlight zu bieten. Nach dem gleichen Prinzip singen Jonas Kaufmann und Anja Harteros nur an ausgewählten Abenden in der Bayerischen Staatsoper. Dass die Namen von internationalen Gaststars auch die Nachfrage an der Tageskasse erhöhen, ist ebenfalls ein gewichtiger Faktor. Es kommt auch vor, dass Stars an uns herantreten und aufgrund unseres Repertoires darum bitten, bei uns tanzen zu dürfen, um eine bestimmte Rolle erlernen zu können. Prominentestes Beispiel hierfür ist sicherlich Natalia Osipova, die für die Rolle der Katharina in „Der Widerspenstigen Zähmung“ nach München kam. Außerdem kann es natürlich passieren, dass Gasttänzer engagiert werden, wenn ein Tänzer verletzungsbedingt ausfällt und die Rolle nicht aus dem Ensemble nachbesetzt werden kann, weil beispielsweise auch die Zweitbesetzung verletzt, die Einstudierungszeit zu knapp wäre, der Choreograf nur einer bestimmte Auswahl an Tänzern zugestimmt hat, oder es die Pas de Deux-Konstellationen nicht zulassen, dass nur einer von beiden ersetzt wird. Gerade wenn es in einem Stück viele technisch hochanspruchsvolle und ausdauernde Pas de Deux gibt, ist es wichtig, dass die beiden Tänzer aufeinander eingespielt sind und einander blind vertrauen. Wenn mehrere der Faktoren zusammenkommen, wird dann auch mal ein Tänzerpaar eingeladen.

Die Entwicklung und Motivation der Tänzer/innen des Ensembles wird natürlich bedacht und auch gefördert. Beispielsweise tanzte Maria Chiara Bono die Titelpartie der Alice in mehreren Vorstellungen von „Alice im Wunderland“ im November. Jeanette Kakareka war mehrfach in Solovariationen zu sehen. Ebenso haben Emilio Pavan und Alexey Popov Rollen Erster Solisten getanzt.

Über die Ausgaben entscheiden die geschäftsführende Direktion und der Ballettdirektor. Die durch Spenden zusätzlich akquirierten Mittel erweitern die Spielräume des Staatsballetts und geben uns die Möglichkeit, freier zu arbeiten. Natürlich könnte man mit den Ausgaben für einen Gastauftritt auch Spitzenschuhe kaufen. Mit dem Spendenaufruf für Spitzenschuhe wollte das Bayerische Staatsballett mit einem ganz konkreten Objektbezug gerade dem ballettaffinen Publikum die Möglichkeit geben, sich sehr nah an der Ballettcompagnie einzubringen und für etwas zu spenden, das jedem Zuschauer ein Begriff ist. Ein „Kultobjekt“ wie ein Spitzenschuh eignet sich als ganz besonders gut für einen Spendenaufruf. International befinden wir uns damit übrigens in guter Gesellschaft: der „Pointe Shoe Appeal“ gehört etwa beim Londoner Royal Ballet zum festen Bestandteil des Fundraising.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr BSB Marketing
#105363 von devega1
02.02.2019, 21:10
Liebe Marketing-Abteilung,
Sie haben vergessen zu erwähnen, dass das Staatsballett wegen der dünnen Personaldecke bei den ersten Solistinnen auf Gast-Tänzerinnen angewiesen ist, weil der Betrieb sonst nicht aufrechterhalten werden kann. Ivy Amista ist seit April 2018 nicht mehr aufgetreten, Ksenia Ryzhkova war in den letzten zwei Monaten anscheinend verletzt. Als Ensemble-Mitglied bleibt nur Laurretta Summerscales, die sehr häufig eingesetzt wird (hoffentlich verletzt sie sich nicht!). Das erklärt auch, warum Damen aus dem Corps de ballett eine Chance bekommen...
#105376 von shanke
11.02.2019, 12:09
devega1 hat geschrieben:Liebe Marketing-Abteilung,
.....
Ivy Amista ist seit April 2018 nicht mehr aufgetreten,.....

Das erklärt auch, warum Damen aus dem Corps de ballett eine Chance bekommen...


Liebe(r) devega1,
bevor man rumnörgelt, könnte man auch mal höflich nachfragen, wieso Ivy Amista seit 4/2018 nicht mehr getanzt hat., oder mal kurz nachdenken, was bei einer jungen Frau der Grund für so eine lange Pause sein könnte. Genau ihren Namen in Google eingeben und schon bekommt man Fotos einer hochschwangeren Ivy Amista... wohl schwerlich möglich da auf Spitzenschuhen Piouretten zu drehen. Ich freue mich für die junge (werdende?) Mutter, gönne ihr die Pause und hoffe, dass sie nach der Babypause wieder tanzt. Schön, dass sie nach wie vor als erste Solistin geführt wird und dass quasi durch Gastengagements ihr Platz frei gehalten wird, statt gleich die Lücke zu füllen.

... das ist aber wirklich schrecklich, dass junge Tänzerinnen aus dem Corps eine Chance bekommen :-) Ich finde es toll und es ist alles andere als negativ zu bewerten. Ich wünsche allen, die jetzt eine Chance bekommen viel Erfolg ! Und wer weiß, vielleicht schafft bald die eine oder andere Solistin den Sprung zur ersten Solistin usw. wäre wunderbar !
Grüße shanke
#105380 von devega2
12.02.2019, 17:09
Liebe(r) shanke,

Sie haben meinen Beitrag gründlich missverstanden. Weder habe ich Ivy Amistas Schwangerschaft (zu der ich gratuliere!) noch Ksenia Ryzhkovas Verletzung kritisiert, geschweige die Aufstiegschancen für die Damen des Corps de Ballett. Mir ging es um die Feststellung, dass die Personaldecke bei den ersten Solistinnen des Ensembles (hauch)dünn ist. Tatsache ist, dass ein Ensemble in der Größe des Bayerischen Staatsballetts mit drei ersten Solistinnen deutlich unterbesetzt und daher auf Gasttänzerinnen angewiesen ist. Daran sind die ersten Solistinnen des Ensembles sicherlich nicht schuld. Im Gegenteil: Ich bin sicher, sie geben ihr Bestes.

Ob organisatorische oder finanzielle Defizite das zugrundeliegende Problem sind, kann man als Außenstehender nicht beurteilen. Darüber wird in der Facebook-Seite des Staatsballetts nicht berichtet… Man kann spekulieren, ob der Wegfall der Förderung durch Irène Lejeune eine Rolle spielt. Mit 1,3 Millionen Euro hätte man einige Solistinnen engagieren können. Dass Herr Zelensky um Spenden für Spitzenschuhe bittet, spricht für gewisse finanzielle Engpässe (oder ist es nur ein PR-Gag?). Wie häufig scheint hier der (Spar)schuss nach hinten gegangen. Gasttänzer sind sicherlich nicht billig.

Wie Sie begrüße auch ich, dass Damen aus dem Corps de ballett eine Chance bekommen. Das muss jedoch deren Entwicklung dienen und darf nicht nur aus dem Grund geschehen, dass man dringend eine Lücke füllen muss und keine Gasttänzerin bekommt (oder sich die Gage sparen will).

Mit freundlichen Grüßen

Ihr devega1

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